Portugal – Wo unsere Hobo Schuhe hergestellt werden

 

Die Boote von Nazaré

Die Boote von Nazaré

Vorletzte Woche war ich zusammen mit meinem Papa (Ferdinand von Haeseler, Gründer von Hobo Shoes) in Portugal – da wo unsere tollen Hobos produziert werden!

Relativ spontan hatten wir uns dazu entschlossen noch schnell vor den Sommerferien, wenn in Portugal die Fabriken still stehen, der Produktion einen Besuch abzustatten.

Für mich war es der erste Besuch seit ca. 3 – 4 Jahren und mein erster Besuch, den ich als Geschäftsreise betiteln kann.

Portugal ist faszinierend und nach solch einem Besuch hat man auf jeden Fall das Gefühl mind. 5 Kilo zugelegt zu haben! Aber auch, dass man natürlich sehr viel klüger und erfahrener ist als vorher!

5 Kilo schwerer weil Geschäfte sehr gerne und ausgiebig beim Mittagessen besprochen werden und so ein Mittagessen dauert auch gerne mal zwei Stunden. Es werden dann alle kulinarischen Spezialitäten aus der Region aufgetischt, die man alle probieren soll und aus Interesse, Verlegenheit und Angst davor etwas zu verpassen auch probiert. Wenn nach tausend kleinen Vorspeisen dann erst der Hauptgang und dann meistens ein extrem süßer Nachtisch aufgetischt werden, schreit der Bauch schon längst „Halt Stopp!“ aber die Augen und die Zunge denken sich „OHHH JA, immer her damit!“. Zur Begleitung gibt es dann immer den besten, leckersten oder auch liebsten Wein des Gastgebers.

Das gehört in Portugal irgendwie dazu, erst wenn man zu Tisch sitzt und man sich zufrieden futtert werden Geschäfte besprochen und beschlossen.

Dadurch, dass geschäftliches oft mit Essengehen oder Ausgehen verbunden wird, um sich näher kennenzulernen oder langjährige Beziehungen zu festigen, kann sich so eine Geschäftsreise ganz schön in die Länge ziehen und man schafft dann nur die Hälfte von dem was man sich alles vorgenommen hat.

Das ist aber nicht unbedingt schlecht, da durch lange Gespräche und die intensive Zeit die man mit bestimmten Personen verbringt auch ein vertrauteres Verhältnis entsteht wodurch ebenfalls ein sehr angenehmes und freudiges Arbeitsklima für alle Parteien geschaffen wird.

Wir arbeiten mit verschiedenen Fabriken in verschiedenen Orten in Portugal zusammen. Mit einigen schon seit Beginn, also seit über 20 Jahren und mit anderen erst seit kurzem. Es ist wie ein kleines großes Netzwerk das sich mein Vater über die letzten Jahre in Portugal aufgebaut hat und in welches ich nun versuche hineinzuwachsen.

Der absolute Lieblingsort von meinem Vater, in dem er auf Portugalreisen immer übernachtet und wo er in seinem Stammhotel quasi schon zum Inventar gehört, ist Nazaré an der Atlantikküste Portugals. Nazaré ist ein Badeort und auch Surfer Hotspot. Die weltbesten Surfer werden von Nazaré angezogen, durch eine Riesenwelle die sich östlich des durch die Fischerei geprägten Örtchens bildet.

Nazaré hat meiner Meinung nach ein ganz tolles Flair. Die Luft ist schön klar, der ewig lange und auch breite Sandstrand lädt zum Schlendern und Träumen ein.

Das Ribamar, das Stammhotel meines Vaters ist schon seit Jahren ein familienbetriebenes Hotel mit angeschlossenem Restaurant direkt am Strand gelegen. Es ist kein modernes Hotel aber eins mit ganz viel Charme und Liebe. Es ist gemütlich und sehr persönlich, sehr liebenswürdig und mit ausgezeichneter frischer Küche. Der Fisch schmeckt wie vor 5 Minuten gefangen und die Gambas sind mit dem was man bei uns in Deutschland serviert bekommt im Leben nicht zu vergleichen.

Mein Papa schwärmt immer in den höchsten Tönen vom Ribamar und betitelt es auch sehr gerne als das perfekte „Hobo Hotel“!

Ich glaube es ist die perfekte Kombination aus Nazaré, einem idyllischen Bade-/Surferort und dem rustikalen legeren sehr familiären Charme des Hotels, das die perfekte romantische Hobo Stimmung hervorruft wenn man dort ist und zwischen gefüllten Arbeitstagen am Abend seine Seele baumeln lassen kann.

Der Strand von Nazaré

Einige der Fabriken mit denen wir zusammen arbeiten, befinden sich ganz in der Nähe von Nazaré. Besucht haben wir dort zunächst eine Fabrik die sich ausschließlich auf geklebte Ware spezialisiert hat. Dort werden die meisten unserer Reitsport-Stiefeletten hergestellt und auch ein Teil unser Fashion- und Eco- Schuhe. Es ist eine recht kleine Fabrik mit ca. 20 Arbeitsplätzen.

Zudem waren wir noch in einer weiteren Fabrik ganz in der Nähe der Ersten, die sich anders als die Erste auf Good-Year Welted (Rahmengenäht) Schuhe spezialisiert hat. Von dort bekommen wir zum Beispiel unsere Charlys.

 

Außerdem haben wir dann noch ganz außer Plan die Leistenfabrik besucht, die sich einige Kilometer von den beiden Fabriken entfernt befindet. Dort sind wir relativ spät am Tage angekommen, als eigentlich schon Feierabend war. Trotzdem hat sich der Chef der Fabrik die Zeit genommen mit uns zu sprechen und sogar noch einige unsere Leisten zu überarbeiten und zu korrigieren.

Das Bauen von Leisten ist meiner Meinung nach eine richtige Kunst und man muss eine Menge Geduld haben. Immerhin bildet der Leisten die Grundlage des Schuhs den wir später an den Füßen tragen und der kleinste Fehler bildet sich später im fertigen Schuh ab und beeinflusst somit auch den Komfort, die Passform und Look des Schuhs.

Von Nazaré aus sind wir nach 2,5 Tagen nach Porto gefahren. In der Nähe wollten wir eigentlich auch nochmal drei Fabriken besuchen, haben es aber auf Grund der mangelnden Zeit nur noch in eine geschafft. Auch den Produzenten der letzten Fabrik kennt mein Vater schon viele Jahre. Die letzten Jahre wurde nicht mit der Fabrik zusammen gearbeitet. Allerdings wollen wir zukünftig wieder miteinander arbeiten. In dieser Produktion war ich zum ersten Mal.

Hier wurde ich durch eine hoch moderne super organisierte wie auch relativ große Fabrik geführt. Dort, wo vor allem Reitstiefel und Stiefeletten hergestellt werden, ist alles top geregelt und es wird hoch effizient und modern gearbeitet.

Für mich war es sehr interessant zu sehen, wie unterschiedlich die verschiedenen Fabriken aufgebaut sind und arbeiten und auch wie lange es eigentlich dauert bis man für sich und die Firma den perfekten Schuh/ Modell gefunden hat. Es gibt einfach so viel zu beachten, von der Leisten-Formung und dem Design angefangen über die Lederauswahl, Materialauswahl und Produktion welche auch nochmal aus mehreren verschiedenen intensiven Arbeitsschritten besteht.

Nachdem wir auch in der Nähe von Porto auch hier den ganzen Tag in der Produktion, in Gesprächen und beim Mittagessen verbracht haben, hatten Papa und ich noch das Glück in Porto den Feiertag „Sant. Joan“ (Sankt Johannes) mit zu erleben. Dieser Feiertag wird riesig groß in Porto gefeiert. Die ganze Stadt ist voll mit tausenden Menschen, die alle freudig und mit einem Gummihammer ausgestattet durch die Straßen laufen und sich gegenseitig auf die Köpfe hauen. Außerdem gibt es an jeder Ecke Sardinen oder etwas anderes zu essen und Sangria für 1,50€ zu kaufen. Zudem ist die ganze Stadt in Musik gehüllt und sobald es dunkel wird werden alle 100 Meter von verschiedensten Festivalbesuchern, Leuchtlaternen in die Luft geschickt.

Um 12 Uhr wird das ganze Spektakel dann mit einem 20 minütigem, atemberaubenden Feuerwerk abgerundet, da über dem Fluss Douro, der bei Porto im Meer mündet, abgeschossen wird.

Den Tag darauf ging es wieder ab nach Deutschland und eine knappe Woche war ganz schön schnell vorbei.

Die Dächer von Porto

Die Dächer von Porto

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