Der moderne Hobo – das Streben nach Freiheit und Weite

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Kleid – Ana Alcazar // Tasche – Hobo // Schuhe – Lizzy Hobo

Wenn ich an Hobo denke und mal nicht an unsere Schuhe, sondern an den echten „ American Hobo“, denke ich an Freiheit, weite Landschaften, den Amerikanischen Traum davon alles schaffen zu können, Abenteuer, Leben und pure Kraft, Güterzüge, frische Luft, Musik und Adrenalin. Bei dem Begriff Hobo kommen meine Gedanken in Wallungen und alles dreht sich um pure klischeehafte Romantik!

All das was die heutigen, modernen Hobos wohl suchen, wenn sie sich bewusst für einen Hobo Lebensstil entscheiden um vor Armut, Arbeitslosigkeit, Familienproblemen und sozialer Langweile in unserer schnellen dynamischen so auf Erfolg getrimmten Welt zu flüchten.

Doch woher kommt der Begriff Hobo eigentlich? Und wer waren die Hobos denn ursprünglich?

Hobos nannte man früher die sogenannten „homless vagabonds“, die „obdachlosen Landstreicher“, Menschen die auf der Suche nach Arbeit durch das Land zogen. Mit den echten Hobos verbindet man sogenannte Tramper, die in den USA Güterzüge nutzen um das Land zu durchqueren und sich hier und da mit kleinen Jobs und Tätigkeiten über Wasser zu halten.

Hobos waren im Grunde umherziehende Menschen, auf der Flucht vor Armut und wirtschaftlicher Stagnation. Oft nur mit ein paar Groschen in der Tasche oder meist sogar Garnichts machten sich Hobos auf den Weg um zu überleben und nicht als Bettler auf der Straße leben zu müssen. Denn betteln und klauen galt und gilt auch heute noch im Kodex der Hobos als Verboten. Ein Hobo geht ehrlich durchs Leben und Geld für Essen wird sich ehrenhaft verdient.

„Now my father told me always speak a true word
And I have to say that is the best advice I’ve had
Because something burns inside of me
Its everything I long to be
And lies they only stop me from feeling free

Like a hobo from a broken home
Nothings gonna stop me”
Charlie Winston – Like A Hobo

Der Hobo von heute, der moderne Hobo, baut auf dieser Lebensweise auf.

Der Unterschied ist, dass sich heute oft sehr bewusst für diesen Lebensstil entschieden wird. Das Leben der „American Hobos“ wird quasi Nachempfunden, jedoch auf eine recht authentische Art und Weise. Die Hobos von heuten wollen „…reisen,Täler, Schluchten und Landschaften durchqueren, die Welt und das Freiheitsgefühl erleben, das Jack Kerouac in seinen Büchern beschwört und Woody Guthrie in seinen Liedern“ schreibt Lars Gaede im Neon Blog. Er und seine Crew haben sich nach Amerika begeben, um die Hobos von heute kennen zu lernen und das Hobo Leben nach zu empfinden. Zusammen mit echten USA Hobos haben sie sich auf eine abenteuerreiche Reise auf Güterzügen durch die USA begeben. In seinem Blog-Post berichtet Lars Gaede mitreißend und fast schon romantisch über diese Reise.

Er schreibt darüber wie einem die Welt zu Füßen liegt, wenn die Landschaft an einem vorbeirauscht während man auf der Ladefläche eines Güterzuges sitz und das ratternde Geräusch des Zuges einen fast schon in eine Art Trance Zustand versetzt. Aber er berichtet auch von der Kehrseite, dem Auf und Ab des Hobo Daseins und den zahlreichen Kontrasten die einfach dazugehören.

Ich glaube, dass es in der heutigen Welt vielen Menschen so ergeht. Wer kennt das nicht, dieses Gefühl entfliehen zu wollen. Vor dem Ungewissen, der Schnelligkeit, dem Druck immer besser zu werden und zu sein um mithalten zu können. Wer denkt da nicht ab und zu daran einfach die Tasche zu packen und zu reisen, die Welt zu erleben und alles andere hinter sich zu lassen um ein anderes freiheitsbestimmtes Leben zu beginnen? Und was passt da besser als der romantische Gedanke an das Hobo-Dasein?

In Amerika gibt es also die echten Hobos, die die es so machen wie die Originale. Doch kann man sich nicht auch als Hobo bezeichnen, wenn man den gleichen Gedanken verfolgt nur andere Fahrgelegenheiten nutzt und nicht auf die alt bewährten Güterzüge zurückgreift.

Meiner Meinung nach ist das möglich. Die Welt hat sich verändert, ist globaler und moderner geworden und somit verändern sich meiner Meinung nach auch Lebensweisen und Geschichten können auch anderes erlebt und erzählt werden.

Ich glaube es ist egal, ob man nun mit dem Güterzug reist, dem Fahrrad, vielleicht sogar mit einem Bulli, der Harley, zu Pferd oder läuft, entscheidend ist das Gefühl das man dabei empfindet. Das Gefühl von Freiheit, Weite und Lebensfreude.

So berichtet auch Martin Reinelt auf seinem Blog harley-island: „Der Weg ist das Ziel“. Er glaubt fest an das Streben nach Freiheit und die Flucht vor der schnellen Gesellschaft im Hobo Stil auf dem Rücken seiner Harley. Er glaubt es ist egal welches Fortbewegungsmittel man wählt, da dieses nur Mittel zum Zweck ist und die Fortbewegung eine Art Kultur ist. Das schönste an dieser Art zu reisen ist, nicht zu wissen welche Situation die nächste ist. „Dort wo man abspringt ist man. Dort wo die Harley hält lebt man.“

Ich finde diesen Gedanken faszinierend, denn auch ich denke die schönste Art und Weise Freiheit zu verspüren und zu Reisen ist in Bewegung zu sein, Menschen kennen zu lernen, Abenteuer zu erleben, nicht zu stagnieren, sondern die Welt zu erfahren.

Ich weiß natürlich auch, dass das alles komplett ohne Arbeit und Geld nicht geht. Aber das wussten ja auch die Hobos von damals schon! Im Grunde ging es bei Ihnen ja auch in erster Linie darum, sich mit kleinen, abwechslungsreichen Jobs am Leben zu halten und dafür mussten sie reisen um nicht von Armut und Elend eingeholt zu werden.

Damals flüchteten die Hobos also in erster Linie vor der Wirtschaft, der Arbeitslosigkeit, der Armut und dem Elend.

Heute sind es unterschiedliche Motivationen ein Hobo Leben einzuschlagen und sich als Hobo zu bezeichnen. Heute gibt es zum einen auch die, die vor Armut, Elend und Arbeitslosigkeit flüchten. Zum anderen aber auch diejenigen die ihre Probleme mit der Familie und im sozialen Umfeld hinter sich lassen wollen. Alles natürlich ohne einen kriminellen oder unehrlichen Weg einzuschlagen.

Die etwas romantischere Motivation ein Hobo zu werden, liegt bei denen, die aus der dynamischen Gesellschaft flüchten wollen und dem Gedanken nach Freiheit und Abenteuer folgen.

Ich denke, dass ist auch ok so. So wie das Hobo-Leben ist die Welt nicht einseitig, es gibt Hochs und Tiefs und unterschiedliche Wege und Vorstellungen. Solange der Grundgedanke der Hobos erfüllt wird, ist es meiner Meinung nach egal aus welchen Gründen heraus man sich Hobo nennt oder mit welchem Gefährt man reist.

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